Erste Hilfe bei Verbrennungen

Von DAN Mitarbeitern

Eine schwere Verbrennung – selbst ein Sonnenbrand – kann das Ende eines erlebnisreichen Tauchgangs bedeuten. Du kannst Maßnahmen zum Schutz vor Verbrennungen ergreifen und dennoch lassen sie sich nicht immer verhindern: Im geschäftigen Treiben auf einem Tauchboot kann es zur versehentlichen Berührung eines heißen Kompressors oder Herdes kommen – oder jemand kann einfach zu viel Zeit in der Mittagssonne verbracht haben.

Zu wissen, wie Verletzungen behandelt werden und wie man dafür sorgt, dass Taucher sich dennoch wohl fühlen kann den entscheidenden Unterschied zwischen einem kleinen Vorfall und einem ruinierten Urlaub ausmachen. Frische deine Fertigkeiten in Erster Hilfe bei Verbrennungen auf und sorge für glückliche Kunden auf deinem nächsten Trip.

Unterschiedliche Verbrennungsarten

Verbrennungen entstehen, wenn Gewebe mehr Energie ausgesetzt wird, als es verträgt. Diese Energie kann von Chemikalien, Hitze, Strahlung oder Elektrizität ausgehen.

  • Verätzungen durch Chemikalien werden zum Beispiel hervorgerufen, wenn ätzende Chemikalien an die Haut kommen. Ist die Chemikalie trocken, hilf dem Verletzten beim abbürsten der Substanz und ziehe das entsprechende Material-Sicherheitsdatenblatt zu Rate, welches für gewöhnlich auf der Rückseite des Behälters abgebildet ist. Wenn im Sicherheitsdatenblatt nicht anders angegeben, spüle die Haut gründlich mit Wasser ab.
  • Verbrennungen durch Hitze sind beim Tauchen weitaus häufiger anzutreffen. Sie entstehen durch Kontakt mit Heizgeräten, heißem Wasser oder Feuer. Aber selbst diese sind im Vergleich zu Verbrennungen durch Strahlung selten.
  • Sonnenbrände sind die häufigsten Verbrennungen unter Tauchern. Sie entstehen durch die Strahlung der Sonne, weniger durch Hitze, und repräsentieren die häufigste Ursache für Verbrennungen unter Outdoorliebhabern.

 

Erste Hilfe

Nachdem du die Ursache der Verbrennung entfernt hast (ätzende Chemikalien, ungeschützte Haut in der Sonne, elektrischen Strom oder die Hitzequelle), musst du dich zunächst um die Atemwege, die Atmung und den Blutkreislauf des verletzten Tauchers kümmern. Abgesehen von dabei möglicherweise entdeckten medizinischen Notfällen, ist der nächste Schritt die Verbrennung für mindestens 15 bis 30 Minuten mit kühlem Wasser (Süß- oder Salzwasser) zu spülen.

Es kann nach einer Verbrennung schwierig sein, tiefer liegende Gewebeschichten zu kühlen. Den Verbrennungsbereich über einen längeren Zeitraum zu kühlen kann weitere Verletzungen verhindern. Bekleidung, Füßlinge oder Schuhe, Schmuck oder sonstige Accessoires sollten von der betroffenen Haut entfernt werden während sie mit Wasser gespült wird.

Beurteilung der Verletzung

Ist die Verbrennung abgekühlt, beginne die Verletzung zu beurteilen und zu versorgen. Verbrennungen werden entsprechend der betroffenen Hautschichten in oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Verbrennungen eingeteilt.

  • Verbrennungen der oberen Hautschichten zeigen an den betroffenen Stellen Rötungen, geben Wärme ab und sind leicht geschwollen.
  • Verbrennungen mitteltiefer Gewebeschichten zeigen häufig Blasen auf der Haut und können sehr schmerzhaft sein.
  • Verbrennungen tiefer Gewebeschichten sind die schwerwiegendsten. Sie betreffen alle Hautschichten und zerstören Nerven und Fettgewebe. Tiefe Verbrennungen können entweder schwarz und verkohlt oder weiß und wachsartig aussehen und werden manchmal aufgrund der durch die Verbrennung verursachten Nervenschäden als schmerzlos beschrieben. Sie sind jedoch fast überall von mitteltiefen Verbrennungen umgeben, die starke Schmerzen verursachen.

Oberflächliche Verbrennungen kannst du behandeln, indem du sie vorsichtig mit Wasser und Seife reinigst, gründlich spülst und trocken tupfst. Die Wunden können etwas gereinigt werden, vermeide es dabei aber, geschlossene Bläschen zu öffnen. Sorge dafür, die Wunde nicht weiter zu reizen, trage eine antibiotische Salbe auf und schütze sie mit einem nicht-haftenden Verband. Wechsle den Verband täglich.

Kleine, mitteltiefe Verbrennungen können auf die gleiche Weise versorgt werden, aber alle größeren oder tieferen Verbrennungen sollten von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Die Behandlung solcher Verbrennungen ist unterwegs schwierig, zudem bergen sie erhebliche Flüssigkeitsverlusts- und Infektionsrisiken. Im Falle von mitteltiefen Verbrennungen, die mehr als 15 Prozent der Körperfläche bedecken oder einer tiefgehenden Verbrennung kann die sofortige medizinische Notversorgung des Verletzten erforderlich sein.

Weitere Informationen zur Behandlung von Verbrennungen und anderen Verletzungen erhältst du auf DAN.org/Health.

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