Kaltwassertauchen 

Von DAN Mitarbeitern

In der nördlichen Hemisphäre fallen die Temperaturen mit Einzug des Winters und vielerorts ist es jetzt an der Zeit für Trockentauchkurse. Trockentauchanzüge stellen einen hervorragenden, komfortablen und sicheren Kälteschutz dar. Sie bieten Wärme, zusätzlichen Auftrieb und die Möglichkeit, ganzjährig zu Tauchen. Aber sie bringen auch spezielle Sorgen zur Sicherheit mit sich. Rufe dir die Gefahren nochmal ins Gedächtnis, damit du deine Schüler besser auf das Kaltwassertauchen vorbereiten kannst.

Gefahren durch enge Manschetten

Enge Handgelenks- und Halsmanschetten sind nicht nur unbequem, sie können Tauchern auch echte Probleme bereiten. Die Manschetten sollten eng anliegen, aber nicht einschnüren und den Blutfluss behindern. Zu enge Handgelenksmanschetten können schmerzende Finger und Hände sowie Taubheit, Kribbeln und Unbeweglichkeit verursachen. Sie erhöhen auch das Risiko von Erfrierungen, da die Empfindsamkeit und die Blutzirkulation vermindert werden.

Enge Halsmanschetten können den Karotis-Sinus-Reflex auslösen. Dieser Reflex verlangsamt den Herzschlag des Tauchers sowie den Blutfluss zum Gehirn und kann dazu führen, dass sich der Taucher schwindelig oder benommen fühlt und – wenn nicht weiter beachtet – auch zur Ohnmacht. Während des Kurses wirst du die Größe der Hals- und Handgelenksmanschetten deiner Schüler bestimmen, überprüfe sie aber nochmals, wenn ihr am Tauchplatz seid. Veränderungen der Temperaturen, Position oder Stress können Körperteile anschwellen lassen und die Manschette so eng werden lassen, dass sie ein Problem verursacht. Stelle sicher, dass die Manschetten auf die richtige Größe zugeschnitten und gedehnt werden, bevor ihr ins Wasser geht.

Äußere Verletzungen

Beim Tauchen gibt es verschiedene Ursachen für Verletzungen der Haut und hinter einigen davon können ernsthaftere Probleme liegen. So auch bei vielen Hautverletzungen beim Trockentauchen. Wenn Anfänger beim Abtauchen kein Atemgas in ihren Anzug lassen und der Anzug sich komprimiert kann das zu Hautreizungen, Abschürfungen oder Blutergüssen führen. Diese sind zwar unangenehm, haben jedoch generell keinen schlimmeren Krankheitsverlauf zur Folge. Die Blutergüsse können allerdings sehr heftig sein und manchmal kutanen Symptomen eines Dekompressionsunfalls („Taucherflöhen“) ähneln. Gibt es bei einem deiner Schüler nach einem Trockentauchgang Anzeichen für Blutergüsse, musst du immer die Möglichkeit eines Dekompressionsunfalls in Betracht ziehen und entsprechend der vorhandenen (oder nicht vorhandenen) Symptome handeln. Das frühzeitige Erkennen eines Dekompressionsunfalls ist wichtig und kann den Heilungsverlauf eines verletzten Tauchers deutlich positiv beeinflussen.

Urologische Verletzungen

Die meisten Trockentauchanzüge, und besonders Leihanzüge, verfügen aus hygienischen Gründen nicht über Uriniersysteme. Wenn deine Tauchschüler jedoch Trockentauchanzüge mit Uriniersystemen besitzen, solltest du ihnen beibringen wie diese ordnungsgemäß verwendet werden. Falscher Druckausgleich und unsachgemäße Wartung dieser Systeme können zu Pneumaturie (Ausscheidung von Gasen mit dem Urin), Infektionen der Harnwege und Quetschungen durch den Katheter führen. Wesentliche Teile der Unterweisung sind der systemgerechte Druckausgleich, die Verwendung von balancierten Systemen mit Rückschlagventilen zur Vermeidung von Wassereintritt und die regelmäßige und gründliche Reinigung der Hygieneausrüstung.

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