Öko-Tourismus und Tauchen: Chance und Verantwortung

Von Danna Moore, Director of Global Operations, Project AWARE®

Öko-Tourismus wird als umwelt- und sozialverträgliches Reisen definiert und Tauchanbieter sind gut darauf vorbereitet, diesen wachsenden Markt zu bedienen.

Angesichts der stetigen Bedrohungen für unseren blauen Planeten ist es für die Tauchbranche angebracht, Taucher zu verantwortungsvollem Reisen und dem Schutz dessen, was sie Lieben, zu ermutigen und zu inspirieren. In Gegenden in denen schlechte Geschäftspraktiken und unkontrollierte Tourismusentwicklung die sensiblen Lebensräume der Meere schädigen, können Taucher mit ihrer wirtschaftlichen Macht und persönlichen Leidenschaft Veränderungen bewirken indem sie nachhaltige Praktiken einfordern. Als professioneller Taucher kannst du ökologisch agieren und die Wirtschaftskraft deiner Kunden dafür nutzen, umweltverträglich arbeitende Geschäfte zu unterstützen – und dabei Vorbild sein.

Die Kundennachfrage besteht bereits

Eine 2017 durchgeführte Studie von Unilever, einem auf Nachhaltigkeit bedachten Konsumgüterunternehmen, ergab, dass 33 Prozent der Kunden sich bei der Markenwahl von deren sozialen und ökologischen Auswirkungen leiten lassen. Besonders jüngere Kundengruppen nutzen ihre Kaufkraft, um Unternehmen dazu anzuregen, nachhaltig zu agieren und sich damit am Markt von denjenigen abzuheben, die die Sorgen der Verbraucher um den weltweiten Umweltschutz ignorieren.

Bei Project AWARE haben wir aus erster Hand erfahren, dass Taucher sich für 100% AWARE Partner entscheiden, weil sie den Umweltschutz unterstützen. Mit zunehmenden Partnerschaften dieser Art wächst auch die Nachfrage nach einer gesunden Umwelt. Daher müssen wir verantwortungsvolle Unternehmer weiterhin mit neuen und wiederkehrenden Kunden belohnen. Im Gegenzug müssen diese Unternehmer sich weiterhin anstrengen, noch bessere Leistungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Schutz und Instandsetzung zu bringen.

Taucher wollen teilhaben

Neben der Wahl von nachhaltig agierenden Anbietern zeigen Taucher wachsendes Interesse daran, während ihrer Reisen an Gemeinschaftsaktionen teilzunehmen. Viele Anbieter bedienen diese steigende Nachfrage indem sie Kurse und Veranstaltungen zum Umweltschutz anbieten, die während des Aufenthalts ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen.

Beispiel: Die Curaçao Dive Task Force hat in Partnerschaft mit der Curaçao Hospitality and Tourism Association ihren jährlichen World Cleanup Day vermarktet und damit 2018 die Teilnahme von über 140 Tauchern aus 18 Dive Centern erreicht. Die Einsatzbereitschaft endete nach der Veranstaltung jedoch nicht. Den Zusammenhang von Umweltschutzaktionen und wachsendem Tourismus erkennend haben die Taucher von Curaçao derzeit mehr als 12 Tauchplätze bestimmt, an denen ganzjährig Müll gesammelt wird.

Andere Anbieter von Tauchreisen haben sich diesen wachsenden Markt erschlossen, indem sie Pauschalreisen mit Umweltschutzaspekt anbieten. Brad Snyder, Besitzer von Float N‘ Flag in Ontario, Kanada, führt in der Nebensaison erfolgreich Warmwasser-Trips durch, bei denen er den ökologischen Aspekt mit Dive Against Debris® und dem Schutz von Haien und Rochen einbindet. „Die Leute haben dadurch einen weiteren Grund tauchen zu gehen, unsere Tauchplätze werden sauber gehalten und durch die sozialen Medien wird die Wirkung der Aktion noch verstärkt“, sagt Snyder. Diese Tauchtrips und kontinuierliche Naturschutzveranstaltungen vor Ort geben den Tauchern von Float N‘ Flag einen Sinn, bringen sie das ganze Jahr über zum Tauchen und locken neue Taucher an, die nach umweltverträglich operierenden Anbietern suchen.

Nachfrage und Angebot zusammenbringen

Mit wachsender Kundennachfrage nach immer umweltfreundlicheren Optionen arbeiten die Anbieter daran, diese zu erfüllen. Zurzeit ist die Definition von „Öko-Tourismus“ schwammig, da sie in unterschiedlichen Regionen und Reisezielen verschieden ausgelegt wird. Dies gibt uns jedoch die Gelegenheit, die Begriffe „Nachhaltiger Tauchanbieter“ und „Öko-Tourismus-Taucher“ näher zu definieren. Die Möglichkeit, bei der Neudefinition von Dingen zu helfen, ist eine große Chance für die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft. Vereinfacht ausgedrückt liegt das daran, dass die Gemeinschaft im Mittelpunkt der Nachhaltigkeit steht.

Durch die Vernetzung von Gemeinschaften, die Aufklärung der Kunden, Einigung auf Best Practices und die Förderung von Umweltschützern können wir positive Veränderungen für die Meere herbeiführen. Wie Snyder von Float N‘ Flag betonte: „Da ein kleiner Tauchshop in Ontario nur eine kleine Wirkung erzielen kann ist es wichtig, gleichgesinnte Anbieter weltweit zu vereinen, um die Wirkung zu vergrößern.“

Viele bereits für dich verfügbare Mittel wurden von Tauchern für Taucher geschaffen:

  • Responsible Shark & Ray Tourism Guide. Dieser Leitfaden wurde von Project AWARE,der World Wildlife Foundation und Manta Trust entwickelt. Er bietet praktische, wissenschaftlich fundierte Informationen für Anbieter, die sich auf Haie und Rochen konzentrieren und die ihren Kunden die bestmöglichen Erlebnisse bieten wollen – und bestrebt sind, Arten und deren Lebensräume schützen und einen positiven Beitrag zu lokalen Gemeinschaften zu leisten.
  • PADI Travel™. Die weltweite Online-Reiseplattform und das Full-Service-Team sind darauf spezialisiert, erstklassigen Reiseservice zu bieten, der Taucher zum Entdecken und zum Schutz der Unterwasserwelt inspiriert. Ökologisch ausgerichtete Angebote findest du auf der Hauptseite PADI Travel unter dem Reiter Eco Travel.

Basierend auf einem im ersten Quartal 2019 im The Undersea Journal® erschienenen Artikel.

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