Sauerstoffvergiftung richtig verstehen

Von DAN Mitarbeitern

Es kommt äußerst selten vor, dass man auf einem Tauchboot landet, auf dem niemand mit Nitrox taucht. Und wenn man einmal bedenkt, wie beliebt der PADI Enriched Air Diver Kurs ist, dann überrascht das auch nicht weiter. Mit Nitrox hat man längere Nullzeiten und kürzere Oberflächenpausen, aber man darf dabei auch gewisse Punkte und potenzielle Gefahren, wie z.B. Sauerstoffvergiftung, nicht vergessen.

Sporttaucher können eine Sauerstoffvergiftung leicht vermeiden. Wenn es allerdings unter Wasser doch dazu kommen sollte, dann kann das tödlich enden. Jeder Enriched Air Diver muss die Grundlagen einer Sauerstoffvergiftung kennen und wissen, wie man sie verhindern kann. Wir haben hier ein paar Punkte zur Erinnerung sowie Vorschläge zusammengestellt, die dabei helfen sollen, das Risiko zu verringern.

Was ist Sauerstoffvergiftung?

Wenn man über eine längere Zeit hinweg bei erhöhtem Partialdruck Sauerstoff atmet, kann das schädliche Auswirkungen auf den Körper haben. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Sauerstoffvergiftung, die jeder Taucher kennen sollte.

Die erste ist pulmonale Sauerstoffvergiftung. Für Taucher ist diese Vergiftung weniger relevant, da sie auftreten kann, wenn man über einen langen Zeitraum hinweg Sauerstoff in hohen Konzentrationen einatmet, also z. B. wenn man nach einer länger andauernden Evakuierung in einer Druckkammer mit 100%-igem Sauerstoff behandelt wird. Bei einer pulmonalen Sauerstoffvergiftung geht es um Zeiträume, die die Länge eines Tauchgangs überschreiten. Sie tritt also in der Regel an Land auf, und zwar nach Stunden oder Tagen nachdem der Sauerstoff verabreicht wurde.

Es beginnt oft mit einer Atemwegsentzündung, die sich dann auf die Lungen ausbreitet. Dort kann es dann zu alveolären Schäden bzw. zum Kollaps und einer Abnahme der Lungenfunktion kommen. Schäden, die durch diese Art von Sauerstoffvergiftung verursacht werden, sind allerdings vollständig reversibel.

Die Sauerstoffvergiftung, um die sich Taucher allerdings ernsthaft Sorgen machen sollten, ist die Sauerstoffvergiftung des zentrale Nervensystems. Zu einer Sauerstoffvergiftung des zentralen Nervensystems kann es schon kommen, wenn man nur über einen sehr kurzen Zeitraum hinweg Sauerstoff mit einem deutlich erhöhten Partialdruck atmet. Das kann jeden Taucher treffen, der seine maximale Tiefe überschreitet oder sein Gasgemisch nicht richtig berechnet hat. Diese Art der Vergiftung beeinflusst das Gewebe im Gehirn und im Rückenmark. Sie kann ganz plötzlich auftreten und wichtiges Gewebe schädigen oder Krampfanfälle auslösen. Weniger schwere Symptome einer Sauerstoffvergiftung (Zucken der Lippen oder Augen, Verwirrung, Angst, u.a.) sind eher unzuverlässige Indikatoren. In vielen Fällen kommt es dabei zu Krämpfen, ohne dass es zuvor irgendwelche Anzeichen dafür gab.

Wenn ein Taucher unter Wasser beginnt zu krampfen, ist er möglicherweise nicht mehr in der Lage den Regler im Mund zu behalten, und es besteht die Gefahr, dass er ertrinkt. Bei einem solchen Anfall ist es am besten, wenn man den Taucher an die Oberfläche bringt.

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Das Risiko reduzieren

Zwar sind sogar Taucher, die Atemluft atmen, der Gefahr einer Sauerstoffvergiftung ausgesetzt, wenn sie die Tiefengrenzen für Sporttaucher überschreiten. Hauptsächlich sind jedoch Taucher betroffen, die mit Nitrox oder Rebreather tauchen. Taucher brauchen ein Nitrox- oder Rebreatherbrevet, wenn sie ein Gasgemisch mit mehr als 21 Prozent Sauerstoff atmen wollen. Und auch wenn sie die richtige Schulung und das richtige Brevet haben, schadet es nicht, wenn du die Gasanalysen und Sauerstoffberechnungen der Taucher kontrollierst, die du beaufsichtigst. Es ist im Interesse aller, wenn du bereit bist, Verfahren noch einmal durchzugehen oder Fragen zur Überprüfung von Gasgemischen und zur Tauchgangsplanung zu beantworten.

Als derjenige, der die Gase mischt und die Flaschen anbietet, musst du dir sicher sein, dass deine Füllstation richtig gewartet wird, dass das Personal, das die Flaschen füllt, die richtigen Ausbildungsnachweise hat und dass alle Verfahren zur Dokumentation und Protokollierung der Füllstation eingehalten werden. Die Verantwortung dafür liegt zwar bei dir, dem Tauchprofi bzw. Geschäftsinhaber. Du zeigst deinen Kunden dadurch aber auch, dass dir ihr Spaß am Tauchen und ihre Gesundheit wichtig sind.

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