Was steckt hinter dem Begriff Agentur?

Viele PADI Professionals scheinen sich darüber zu wundern, warum bei den Ausbildungsprogrammen von PADI ihre Zustimmung zu der Non-Agency Vereinbarung erforderlich ist. Vom Rechtskonzept der Agentur haben viele von uns noch nie gehört und es ebenso wenig als Teil unseres Berufsalltags wahrgenommen.

Generell kann bei einer Agentur ein Geschäft für die Handlungen anderer, z.B. seiner Mitarbeiter, verantwortlich gemacht werden (dies ist üblich und wird von den meisten für selbstverständlich gehalten).
Es bedeutet jedoch auch, dass der kontrollierende Betrieb (i.d.R. Ein Anbieter) über die Handlungen eines anderen Geschäfts oder individuellen Dienstleisters wacht (wie zum Beispiel beim Franchise) und für die Handlungen dieses Geschäfts oder Dienstleisters sowie deren Angestellten zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Seit geraumer Zeit werden die Rechtsbeziehungen der Mitglieder innerhalb der Organisation PADI in den Mitgliedschaftsvereinbarungen geregelt. Zur Wahrung rechtlicher Klarheit ist das Rechtskonzept der Agentur seit langem Teil dieser Vereinbarungen. In den beiden Mitgliedschaftsvereinbarungen von PADI, für individuelle Mitglieder und für in der Tauchbranche tätige Unternehmen, stehen folgende Texte:

Individuelle Mitgliedschaft:

  1. Ich verstehe und akzeptiere, dass diese Vereinbarung keine Agenturbeziehung zwischen PADI und mir begründet. Sofern in dieser Mitgliedschaftsvereinbarung nicht anders beschrieben, ist PADI an meinem Tagesgeschäft und meinen Aktivitäten weder kontrollierend involviert noch beteiligt und trägt für diese keine Verantwortung.


Mitgliedschaft für Einzelhandel und Resorts

  1. Ich verstehe und akzeptiere, dass diese Vereinbarung keine Agenturbeziehung zwischen meinem Unternehmen und PADI begründet. Sofern in dieser Mitgliedschaftsvereinbarung nicht anders beschrieben, ist PADI am Tagesgeschäft und den Aktivitäten meines Unternehmens weder kontrollierend involviert noch beteiligt und trägt für diese keine Verantwortung.

Innerhalb der PADI Mitgliedschaft gibt es darüber nicht viel Unklarheit. Tauchgeschäfte sehen sich nicht als Franchiseunternehmen, Tochtergesellschaften oder Teilhaber von PADI, noch verstehen sich individuelle Mitglieder als Angestellte von PADI. Die wichtige rechtliche Frage dreht sich jedoch nicht nur darum, dass wir Professionals die Fakten kennen, sondern vor allem darum, was die Verbraucher wahrnehmen. Daher gehört es zur verantwortungsvollen Geschäftspraxis, Tauchschülern und Kunden klar zu machen, wie die tatsächliche Geschäftsbeziehung, das Agenturkonzept betreffend, aussieht.

Zu diesem Zweck wurde die Non-Agency Vereinbarung geschaffen. Entsprechende Informationen finden sich in den PADI Materialien, Produkten und Informationsquellen, wie Diver Manuals und Videos, auf Webseiten, Visitenkarten von Mitgliedern, etc. Die Beziehungen deutlich darzulegen gehört für uns einfach zur guten Geschäftspraxis und bietet unseren Verbrauchern eine nützliche, eindeutige Erklärung.

This post is also available in: en nl fr it ru es